Alles ohne Garmin

Gestern waren wir im gemütlichen GA1 Training unterwegs. 4h auf dem Rad, nur Marco und ich und es wurde eine gleichmäßige Ausfahrt nach Eichendiehl und wieder zurück. Danach war für mich das Training beendet, denn Morgen wartete eine etwas härtere Koppeleinheit auf mich. Mein Spätdienst ging relativ poblemlos zu Ende und um 22:00 Uhr fiel mein Körper in seinen wohl verdienten Schlaf.

Heute Morgen war um 8:30 Uhr Abfahrt bei Marco und es sollte eine 31/2h Radausfahrt mit 4x15min WSA erfolgen. Im Anschluß standen noch 15min Tempodauerlauf und 45min GA1 auf unserem Fahrplan. Gleich nachdem wir die kurze Abfahrt nach Bessenbach noch genießen konnten ging es den Anstieg bis nach Mespelbrunn hoch gleich richtig zur Sache.

Ich war heute das erste mal mit meinem Aeroauflieger unterwegs und bemerkte dabei mit Schrecken, daß ich meinen neuen Garmin zu Hause liegen gelassen hatte. Somit war ich völlig planlos unterwegs, ohne Puls, ohne Zeit, ohne Tempo.

Ich hielt mich im ersten Anstieg tapfer, aber dieser steile Brocken kommt für mich etwas zu früh und so gingen mir auf den letzten Metern dann plötzlich der Saft aus den Beinen. Als ich zu Marco und Mathias wieder aufgeschlossen hatte, erfuhr ich, daß wir den Anstieg mit durschnittlich 24km/h (bisher 21km/h) hochgestochen waren. Danach war erst einmal „Waffenruhe, bevor in Richtung Obernburg das Tempo erneut auf 40km/h hochgeschraubt wurde.

Von Obernburg fuhren wir nach Höchst im Odenwald und es wartete der Otzberg als dritte schnelle Einheit mit seiner knackigen Steigung auf uns. Aber schon unten im flacheren Bereich hieß es Umkehr, da aufgrund einer Baustelle die Durchfahrt unmöglich war. So nahmen wir den etwas flacheren, dafür aber längeren Anstieg nach Groß Umstadt als Alternative, die sich als noch vorteilhafter für unser Training erweisen sollte.

Im harten Tempo fuhren wir den Anstieg nach oben. Mathias, der noch vor zwei Wochen beim ersten Churfranken Triathlon als Gewinner hervorging und den besten Radsplit auf der schweren Strecke vorweisen konnte, fuhr uns in diesem Anstieg zum ersten mal so richtig davon. Nächsten Sonntag steht er beim 70.3 in Wiesbaden an den Start und so hatte er sich Heute vieleicht etwas zurück gehalten, oder er hatte einfach nur Mitleid mit zwei alten Ironmen gehabt.

In der Abfahrt hatten Marco und ich 60-70km/h auf dem Tacho und im flacheren Teil lag unser Tempo immer noch über 40km/h. Marco fuhr dann auf Mathias auf – ich hatte diesen Moment irgendwie verschlafen –  und in dessen Windschatten war ihr Vorsprung innerhalb weniger Minuten auf 500m angewachsen. Ab da mußte ich erneut etwas abreißen lassen.

Marco sagte mit später, daß Mathias ein Tempo von 50km/h halten konnte und er selbst im Windschatten von Mathias mit einem Puls von 165bpm litt und schließlich auch abreißen lassen mußte.

Nachdem das Tempo sich wieder beruhigt hatte, konnte ich aufschließen und wir fuhren gemeinsam in Richtung Großostheim, bevor der letzte WSA Abschnitt kurz vor Schaafheim begann. Dieser verlief dann recht unspektakulär und mit jetzt schon gewohnt hartem Tempo, je nach Profil zwischen 35-40km/h. Dann war endlich Enspannung angesagt.

Die Temperaturen lagen mittlerweile fast schon wieder über 30° Grad und das harte Training machte sich langsam aber deutlich in meinen Beinen spürbar. So war ich über jede Tempoverschleppung dankbar. Zudem hatte ich keine Gesl und auch keine Riegel mehr zuhause gehabt und war somit auf meiner 5h Tour lediglich mit zwei kleinen Bananen und meinen Energiegetränken unterwegs. Das sollte sich später noch rächen.

Ab Niedernberg waren Marco und ich wieder als Duo unterwegs – Mathias beließ es mit seiner Radeinheit – und so rollten wir die letzten flachen Kilometer bis nach Aschaffenburg und dann noch den Anstieg nach Haibach hoch. Dort wechselten wir unser Outfit und trafen uns nach einigen Minuten um unsere Laufeinheit zu starten.

Da ich wie schon gesagt keinerlei Messtechnik dabei hatte, war ich auf das Tempogefühl von Marco angewiesen. Marco als ausgewiesener Hitzeläufer und ich als bekennender Hitzegegner, hatten natürlich ganz andere Voraussetzungen, aber das sollte sich Heute nicht so sehr auswirken. Die ersten Kilometer liefen gut, obwohl ich total kaputte Beine hatte. Nach 15min war unser letzter schneller Abschnitt geschafft und wir konnten immerhin noch ein Tempo von 3:50min/km halten.

Ab jetzt war es für mich nur noch eine Quälerei. Die Hitze hatte mir meine letzten Körner geraubt und ich hatte keinerlei Kraft mehr einen richtigen Schritt zu ziehen. So schickte ich Marco nach vorne und jeder sollte sein eigenes Tempo laufen. Ich wollte sehen ob ich mich wieder einigermaßen erholen konnte und von dem abhängig machen, wie weit ich laufen würde, bevor ich umkehrte.

Der Abstand zu Marco hielt sich aber in Grenzen und so konnte ich fast genauso weit laufen bis mir Marco wieder entgegenkam. Jetzt war ich der Frontläufer und hielt tapfer mein Tempo bis mich Marco eingeholt hatte. Von da ab liefen wir wieder einige Kilometer zusammen, bevor mir im Schlußanstieg der Akku komplett leer wurde und ich mich mit letzter Kraft zum Auto rettete.

Marco hatte nicht viel Meter gewonnen und so leckten wir im Anschluß nach unserem Training gemeinsam unsere Wunden.

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