Backstube

Schön heiß war es heute, und man kam sich vor wie ein Bratapfel, der schön langsam in der Backröhre vor sich hin bruzzelt. Das Schwimmtraining (3,5km) von heute vormittag war ja noch recht angenehm, aber die lange Laufeinheit (27km) heute am späten Nachmittag um 17:00 Uhr war dann alles andere als lustig.

Herrlich so ein Nachtdienst bei schwül feuchter Wärme und einem schön vorgebratenem Körper. Zum Glück gibt es CEP Strümpfe, die ich mein eigen nennen darf und die mich heute Nacht über meinen Dienst getragen haben. Es dauerte bis spät nach Mitternacht, bis sich die Temperaturen auf meiner Station etwas abkühlten und mir eine kleine Linderung brachten.

Bis dahin schmorte ich im eigenen Saft, sofern von diesem überhaupt noch etwas nach dem harten Lauftraining vorhanden war, denn die 2h Laufen dörrten mir nicht nur Geist, sondern auch Körper und Seele. Bei Temperaturen mit bis zu 34° Grad waren die Bedingungen auch mehr als unmenschlich. Dazu kam noch, daß unsere Strecke vom Volksfestplatz bis nach Kleinwallstadt ohne nennenswerten Schatten verlief.

Um 17:15 Uhr starteten Marcel und ich unser gemeinsames Lauftraining. Unser Anfangstempo hieß von Beginn an 4:30min/km und wenn möglich sollten die letzten 30min als Endbeschleunigung noch etwas schneller werden. Dank der hohen Temperaturen waren wir schon nach kurzer Zeit tropnass  und unsere Zungen klebten hart am Gaumen fest.

Ich hatte wenigstens ein kleines Fläschchen dabei, was ich aber schon nach wenigen Minuten geleert hatte. Marcel verzichtete gänzlich auf irgend eine Versorgung und so blieb uns nur der Brunnen am Wasserwerk. Dort hatten wir wenigsten bei Kilometer 5 und 22 eine kleine Möglichkeit, unser Flüssigkeitsdefizit auszugleichen.

Trotz der wirklich schweren Bedingungen fanden wir schnell unseren Rhythmus und hatten ein konstantes Tempo, das sogar etwas unter unserer angestrebten Geschwindigkeit lag. Die 10km erreichten wir in 44:30min und bis zur Wende wurden wir immer etwas schneller. Ich machte bei 13,5km (1:00h) schon 500m vorher die Biege und Marcel lief die kompletten 14km voll, bevor er kehrt machte.

Ich hatte mich geistig schon von einer Endbeschleunigung verabschiedet und war froh das Tempo erst einmal halten zu können, obwohl die ersten 2-3km die ich alleine lief mit 4:20min/km noch die schnellsten waren. Die Luft wurde immer dünner und mein Puls, anfänglich noch um die 155bpm, kletterte so langsam über die 170er Marke.

Nachdem ich die Steigungen beim alten Kieswerk hinter mich gebracht hatte und auch ohne nennenswerte Zwischenfälle durch Niedernberg hindurch gekommen war, ging es auf die letzten 7km und ich sehnte den Brunnen am Wasserwerk innigst herbei. Dort füllte ich alle Kanister so gut ich konnte, kühlte meinen stark erhitzten Körper und trat den letzten Abschnitt unseres heutigen Trainings an.

Die ersten Meter waren etwas holprig, aber dann liefen auch die abschließenden 4km vom Tempo her gleichmäßig, auch wenn mein Puls die 180bpm kratzte. Nach 2:00,55h stand ich wieder an meinem Auto und hielt mich erst einmal an meiner Dachrehling fest, denn mein Gleichgewicht konnte Unterstützung vertragen. Marcel, der zwischenzeitlich sogar in kompletter Montour im Niedernberger See Abkühlung gesucht hatte, kam nach kurzer Zeit ebenfalls auf den Parkplatz an.

Mir blieb nicht viel Zeit zur Regeneration, denn um 20:30 Uhr begann mein Dienst im Klinikum. Nach 10h harter Arbeit war auch diese Hürde überwunden und ich fuhr rasch nach Hause, denn ich wollte vor meinem Dienst im MAS noch meine geplante Radeinheit (2h) absolvieren. 

Dass daraus nichts wurde lag an der konstanten Unbeständigkeit des deutschen Wetters, denn nachdem ich die erste Stunde gefahren war, musste ich wegen der aufkommenden Regenschauer das Training vorzeitig beenden. Eine Stunde fahren, eine Stunde putzen, das erste mal das mein Tarmac Regenwetter zu spüren bekam. Die nächsten Tage sollen in ähnlicher Art feucht heiß werden, genau nach meinem Geschmack.

 

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