Keine Gnade

Längster Tag im Jahr für alle, denn heute feiern wir Sonnenwende, in Schweden ein großer Festtag, der dort richtig gefeiert wir mit allem was dazu gehört. Bei uns bedeutet es nur, dass ab morgen die Tage wieder kürzer werden.

Wenigstens passte das Wetter so einigermaßen zum Sommeranfang, obwohl 10° Grad um 8:00 Uhr morgens nicht wirklich Sommer in Deutschland bedeuten, oder etwa doch. So genau kann man das ja nicht vorhersagen, aber die globale Klimaerwärmung konnte ich in diesem Jahr noch nicht so recht erleben. Ist aber auch gut so, denn ich bin ja nicht so hitzestabil.

Heute begannen die letzten beiden Wochen für Marcel und mich in Vorbereitung auf unseren IM in Frankfurt. Taperphase nennt man diese letzten Tage. Dieses spezielle Training, vom englischen Begriff „Tapering“ abgeleitet, was soviel wie Reduktion oder Zuspitzung bedeutet, bezeichnet die Reduktion des Trainingsumfangs vor einer großen Ausdauerbelastung bzw. Wettkampf.

Darum war ich auch heute guter Dinge, als es erst um 16:00 Uhr ins Freibad zu einem ganz lockeren Schwimmtraining ging. Dabei dachte ich natürlich an kürzere Trainingsintervalle im leichten GA1 Tempo, vieleicht sogar im Rekom Bereich. Dabei hatte ich nicht die Rechnung mit dem Wirt gemacht, denn Marcel hatte so seine ganz eigene Trainingsphilosophie.

Zuerst durfte ich 200m locker einschwimmen. Dann hieß es 6x50m mit Wasserausstieg und mit Kopfsprung in die nächste Runde. Das hört sich so einfach an, aber wer einmal aus der horizontalen Schwimmlage im Eiltempo in die vertikale gestiegen ist, weiß um die Pulserhöhung und die ist man sich auf der nächsten Schwimmbahn gewiss.

Danach hatte ich also die nötige Vorbelastung und jetzt konnte die eigentliche Einheit mit 3x1000m beginnen. Das nicht genug sollten die 1000er auch noch mit Steigerung geschwommen werden. Also wurde das heute  nichts mit dem ruhigen Schwimmen und das mit den kürzeren Abschnitten.

Alle Gnadengesuche blieben gehörlos und so musste ich in den sauren Apfel beißen und meinen ersten 1000er beginnen. Marcel verabschiedete sich schon nach 50m, da er eh schneller schwimmt und bei jeder Wende, die er im Schwimmerstil absolviert,  2-3m Raumgewinn zusätzlich erhält. Ich schwamm nach Gefühl und unter Beobachtung von Marcel, er kam mir ja zumindest immer entgegen und war nach 17:10min mit dem ersten Abschnitt fertig.

Geht doch besser als ich dachte, war mein erster Gedanke. Marcel schmunzelte und nach kurzer, nach sehr kurzer Pause begann der zweite 1000er. Ob ich den wirklich schneller schwimmen könnte, war ich mir nicht so sicher, denn das gestrige Training hatte doch etwas Müdigkeit erzeugt und kleine Spuren in meinem Körper hinterlassen.

Da Marcel ja auch eine Steigerung vorhatte, musste ich mich nur so ungefähr in dem Abstand zu ihm aufhalten wie beim ersten und schon müsste das mit der schnelleren Zeit klappen. Gesagt getan, auch wenn die zweite Hälfte etwas zäher wurde. Nach 16:48min war ich um 22sek schneller, alles bestens.

Die Pause war dann viel zu kurz, denn beim dritten 1000er sagten mir meine Arme schon ab der ersten Bahn, das dies keine leichte Aufgabe werden würde. Marcel steigert noch einmal um einiges und so fehlte mir etwas die Orientierung, um mich richtig einzuschätzen. So wurden die 1000m recht zäh, die Kraft ließ nach und mit hoher Frequenz konnte ich auch nicht mehr aufwarten.

So dachte ich an eine Zeit um die 18:00min ohne einen wirklichen Einbruch bzw. Schiffbruch erlitten zu haben. Marcel konnte mir diesmal sogar etwas mehr als zwei Bahnen abnehmen und kam so unter 15:00min. Ich blieb stur bei der Sache und mein Diesel brachte mich dann doch schneller in den Hafen als ich mir zugetraut hätte. Mit 17:10min hatte ich die gleiche Zeit wie beim ersten Abschnitt und war damit völlig zufrieden.

Marcel aber immer noch nicht, denn nach kurzem Wasserausstieg kam er mit kleinen Paddles zurück und jetzt hieß es noch 10x50m GA2 alle 55sek ab. Mit den Paddles konnten wir nochmal so richtig Druck machen und meine Zeiten lagen um die 39-40sek. Danach war aber das Programm dann wirklich fertig und ich konne mich meines Neoprens entledigen.

Die 100m zum ausschwimmen ging ich dann ins Kinderbecken. Lisa, Marcels bessere Hälfte (Grins) die sich heute mit 3,8km schon mal in die Nähe eines Ironmans gebracht hat und er kamen dann auch dazu und mit Lockerungsübungen und einer finalen Rutschpartie endete eine für mich anstrengende, aber sehr schöne Schwimmeinheit. 

 

 

 

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