2. Churfranken Triathlon

Um 5:00 Uhr klingelte der Wecker in Form meiner Frau, die mich mit sanfter Stimme aus meiner Ohnmacht zu erwecken versuchte. Wie, dachte ich, schon wieder Nachtdienst, den hatte ich doch erst oder? Nach einigen Sekunden realisierte ich , daß ich ja heute gar keinen Dienst mehr hatte, zumindest nicht im Klinikum.

Heute galt meine ganze Aufmerksamkeit dem 2. Churfranken Triathlon, den mein Freund Paul mit seiner Agentur Tripaul Sportsevent ausrichtet. Wie schon im vergangenen Jahr, stand ich wieder verantwortlich für die Laufstrecke.

Mit Sprint, Kurz, Staffel und in diesem Jahr auch mit den deutschen Meisterschaften der Ärzte und Apotheker, kamen so insgesamt um die 850 Teilnehmer zusammen. Ein stolzes Feld, das es sicher und optimal über die Strecke zu bringen galt. Am Ende wollten wir nur in glückliche und zufriedene Gesichter blicken.

Dass dies auch auf der Laufstrecke möglich sein sollte, gehörte in meinen Zuständigkeitsbereich. Mit meinen gestrigen Vorbereitungen auf der Strecke lag ich gut in der Zeit. Heute Morgen (6:15 Uhr) war dann ein Treffen mit dem Chef der Strassenmeisterei von der Gemeinde Niedernberg geplant. Deshalb die frühe Weckzeit, denn ich musste mich erst einmal mit einer Kanne Kaffee wieder revitalisieren.

Um 5:50 Uhr saß ich dann auf meinem Mountainbike und kurbelte mit kraftvollen Tritt nach Niedernberg an die Hans Hermann Halle. Dort fuhr ich dann mit besagtem Strassenmeister (Uwe) die Strecke ab, um die restlichen Schilder aufzustellen. Dabei konnte ich feststellen, dass Uwe auch Herr der Schlüssel ist, denn mit seinen Möglichkeiten konnten wir jeden Pfosten aus den Weg räumen und kamen so an alle Punkte auf der Laufstrecke, die es zu erreichen galt.

Nachdem ich alle Kilometerschilder an der richtigen Stelle plaziert hatte, versuchte ich die Streckenabschnitte mit Flatterband und Farbspray so eindeutig zu markieren wie eben möglich. Danach traf ich mich mit Herbert Sauer, dem ich als Chef der Führungsfahrzeuge, die Streckenführung beim Lauf zeigen musste. So kam ich schon vor dem Start der ersten Gruppe auf mehr als 30km mit dem Mountainbike.

Noch eine kurze Kontrollrunde und schon musste ich mich beeilen, um die erste Gruppe bei ihrem Start am See nicht zu verpassen. Dichtes Gedränge am Honischbeach ließen schon erahnen, daß sich zu den vielen Startern und ihren Angehörigen eine große Anzahl von Zuschauern dazu gesellt hatten.

Nachdem die erste Gruppe vom Ufer weg geschwommen war, nahm ich wieder Fahrt auf und traf mich mit den Leuten von der Gemeinde Niedernberg, die ich als Streckenposten an markanten Stellen verteilte, damit sie einen reibungslosen Ablauf des Events auf den öffentlichen Strassen sicher stellen konnten.

Über Lautsprecher hörte ich dann auch schon den ersten Wechsel von Rad auf Lauf und so war klar, dass man den ersten Läufer in den nächsten 12-14min erwarten konnte. Ich stand wieder am Zieleingang, um zu gewährleisten, dass keiner der Teilnehmer eine Runde zu wenig oder zu viel läuft, denn der Sprint und die Staffel mussten nur eine kleine Runde und die Kurzdistanz ganze drei kleine Runden absolvieren.

Keine leichte Aufgabe, denn die meisten Läufer wollten am liebsten gleich in den finalen Zielkanal einbiegen. Da gab es einige Teilnehmer, die dann mit Kopfschütteln wieder aus dem falschen Kanal zurück auf die Strecke zurück geschickt werden mussten. Dann bog auch schon das Führungsfahrzeug um die Ecke und mit raumgreifenden Schritten folgte dicht dahinter Marcel Bischof, der das Rennen eindeutig zu beherrschen schien.

Dahinter tat sich eine große Lücke auf, bevor die nächsten Verfolger an der Hans Hermann Halle vorbeiliefen. Darunter mischten sich auch schon die ersten Staffelläufer, die ja ohne Vorbelastung mit frischen Beinen mitlaufen konnten. Das Feld war bunt gemixt mit einem hohen Frauenanteil und alles war vertreten, vom totalen Anfänger über den ambitionierten Freizeitsportler bis hin zu dem erfahrenen Triathleten der schon viele Wettkämpfe absolviert hat.

Die Stimmung war sehr gut, was nicht zuletzt auch an dem tollen Wetter lag. Paul hatte anscheinend zu Petrus gesprochen, denn der Wind vom Samstag Abend hatte fast alle Wolken vom Himmel geweht und damit auch seine Kraft verloren. Mit einem blauen Himmel und einer strahlenden Sonne, die  angenehme Temperaturen zauberte, lässt es sich halt besser leben und erst Recht einen Triathlon veranstalten.

Nach weiteren 10min kam der Erste Läufer wieder in den Zielbereich und wie nicht anders zu erwarten konnte sich Marcel Bischof gegenüber seiner Konkurrenz behaupten und als Sieger der Sprintdistanz den Zielstrich überqueren. Ich schaffte nicht einmal mehr von ihm ein Bild auf der Strecke zu schießen, so schnell flog er an mir vorbei. Da blieb mir dann nur noch die Siegerehrung abzuwarten, aber auch die gab hübsche Motive her. Auch hier erkennt man einen erhöhten Frauenanteil.

Die Kurzdistanz wurde in ähnlicher Manier vom Vorjahrssieger Mathias Aulbach gewonnen, nicht zuletzt durch seine Ortskenntnisse, denn er ist ein gebürtiger Niedernberger. Die Siegerinnen der Kurz und Sprintdistanz und auch die Sieger der Staffelwettbewerbe und der deutschen Ärzte und Apothekermeisterschaft kann man auf der Homepage des Veranstalters nachlesen. Das würde hier sicher meinen Rahmen sprengen.

Nachdem die letzten Teilnehmer im Ziel waren, fuhr ich aus Gründen der Sicherheit die Strecke mit dem Fahrrad noch einmal ab und kontrollierte alle markanten Stellen. Danach begab ich mich auf den Heimweg, denn so langsam aber sicher merkten meine Beine dann doch, dass ich seit Freitag Morgen erst 4h Schlaf intus hatte und das ist für einen alten Mann dann doch etwas zu wenig, auch wenn ich mit sehr viel Schlafdefizit klar komme, klar kommen muss.

Am Abend bewog es mich aber doch, mich für ein kleines Schwimmtraining zu begeistern und so stieg ich nochmal für 2x1000m ins Becken. Dieses mal aber im Freibad, denn das SSKC Becken war mir am Donnerstag dann doch etwas zu kalt geworden. 

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