Sonntag auf der Clingenburg

5:00 Uhr morgens – Wahnsinn wie schnell so eine Nacht vorbei sein kann. Ich trolle mich aus meinem warmen Bett und komme nur ganz langsam in die Gänge. Um 6:00 Uhr soll ich spätestens bei Paul sein und dort Martina und Yannik zusamnen mit Michael nach Miltenberg mitnehmen.

Kaffee hilft fast immer, auch heute werden meine Gesichtszüge etwas lebendiger und ich kann zumindest einen klaren Gedanken fassen. Was treibt mich dazu, an meinem freien Sonntag so früh den Tag zu beginnen? Ach ja, der Churfranken Trail Run findet heute zum ersten mal statt und besagter Start ist um 7:15 Uhr in Miltenberg.

Laufen ist heute aber nicht meine Haupaufgabe. Ich bin zur Zeitnahme der dritten Etappe auf der Clingenburg eingesetzt und muss die ankommenden LäuferInnen mit ihrer Zeit und ihren Startnummern in eine Exeldatei eingeben, die dann am Ende zur Auswertung für die gesamte Ergebnisliste dient. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, denn die einzelnen Staffelteilnehmer wollen natürlich ihre gelaufene Zeit wissen und mit den anderen vergleichen. Selbst die Ultraläufer, auf der ganze Strecke zuhause, wollen ihre Zwischenzeiten für die Teilabschnitte wissen.

Nach Absprache mit Holger Finkelmann, Chef der Zeitnahme und dem Start der Ultras (7:00 Uhr) und der Staffeln (7:15 Uhr), machte ich mich auf den Weg zur Clingenburg, den Ort meines Geschehens. Von irgendwelchen Mitarbeitern war natürlich noch keine Spur. Ich war weit und breit der einzige, der sich um diese Uhrzeit (8:00 Uhr) auf die Ruine wagt.

Da die ersten LäuferInnen erst nach 12:00 Uhr zu erwarten sind, mache ich zuerst einmal einen kleinen Spaziergang zwischen den Weinbergen und genieße den ruhigen Blick auf das weite Maintal und seinen träge dahinfließenden Fluss. Die Natur zeigt sich in einer herrlichen Herbstnote und trotz der morgendlichen Kühle, zeigen sich die ersten Sonnenstrahlen und machen die Wartezeit erträglicher.

Trotzdem beginnt nach einiger Zeit die Kälte in meinen Körper zu kriechen und ich bin froh, als die ersten Helfer vom TV Niedernberg eintreffen, denn das bedeutet Aufbauarbeiten und Bewegung erzeugt Wärme. Nachdem die Verpflegungsstelle und die Zeitnahmen stehen ist es mittlerweile 11:45 Uhr und die Spannung wächst. Mittlerweile sind auch die jeweiligen Staffelteilnehmer eingetroffen und warten voller Sehnsucht auf ihr Teammitglied, der sie auf die vierte Etappe nach Elsenfeld schicken wird.

Um kurz nach 12:00 Uhr ist es endlich soweit. Der erste Staffelläufer erreicht mit einem irrwitzigen Tempo die Zwischenstation und schickt seinen Teamkollegen auf den Weg. Es dauert fast 2½min, bis der Läufer der zweiten Staffel unsere Zeitnahme passiert. Platz drei ist mit knapp einer Minute schon etwas knapper. Die folgenden Plätze liegen weiter auseinander und man kann spekulieren, wie es am Ende in Sulzbach aussehen wird. Immerhin liegen noch fast 30km mit über 500 Höhenmeter vor den Teilnehmern.

Schon auf dem vierten Platz Gesamt erreicht mit Tobias Hegmann der Favourit der Ultradistanz (73km) die Clingenburg. Mit schnellen Schritten durcheilt er unsere Zeitnahme und schnappt sich seine Eigenverpflegung. So schnell er gekommen ist, ist er auch schon wieder weg. Es dauerte einiges an Zeit (30min) bevor der direkte Konkurrent an unserer Zeitmessung vorbeikommt. Auch Platz drei ist hier schon abzusehen, obwohl im Ultralauf alles möglich ist, im Besonderen bei so einer schweren Strecke.

Fortsetzung folgt.

 

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