Tiefschnee

Feiertage, Dienst im Klinikum und ein extensives Training sind zuviel des Guten an einem Tag. Da muss alles etwas reduzierter betrieben werden. Daher waren eine Runde im Schönbusch genug im Tiefschnee gewatet. Die Weihnachtsgans muss heute Mittag ohne mich vernichtet werden und Spätschicht im Klinikum ist normaler Alltag für mich als Krankenpfleger.

Durch Termindichte und Wetterlage bedingt war ich heute um 10.00 Uhr alleine im Schönbusch unterwegs. Ehrlich gesagt war ein normal Laufen eh nicht möglich gewesen. Im Tiefschnee kam kein Spass auf und so blieb mir nur eine sehr schmale Spur, die vor mir gelaufene Mitstreiter in den Schnee gezogen hatten.

Die Spätschicht war dann trotz reduziertem Personal eine sehr entspannte Sache und wir kamen relativ pünktlich aus der Klinik. Was mich dann für die nächsten knapp drei Stunden in Atem hielt, war aber alles andere als entspannend. Aufgrund der widrigen Bedingungen und den -13° Grad Aussentemperatur, die auf der Höhe des Klinikums herrschten, waren nicht nur die Innenseiten meiner Fensterscheiben eingefroren, sondern auch die rechte Seite meiner Handbremse.

Bis ich das aber bemerkt hatte, waren erst einige Versuche mit Hilfe von Arbeitskollegen nötig, mit denen ich versucht hatte, meine Kiste aus dem Parkplatz zu schieben. Als wir dann aber die Sache mit den blockiertem Hinterrad bemerkten, musste ich konstatieren, nicht mehr auf normalen Weg nach Hause zu gelangen.

Also nix wie hinein in die Klinik und erst einmal einen Notruf an den ACE geschickt, für was bin ich denn seit 22 Jahren Mitglied in der Pannenhilfe und habe sie seitdem noch nicht einmal genutzt. Eine freundliche Stimme nahm meine Personalien auf und nach einer kurzen Schilderung der Sachlage bekam ich die Zusage für einen Servicemann, den sie mir schicken wollte.

Nach fast 1½h Wartezeit kam dann ein sehr netter Helfer in gelb und versuchte sein bestes meine Kiste wieder in Schwung zu bekommen. Nach diversen Tricks und Startversuchen, gelang es uns endlich meine Räder wieder flott zu bekommen und ich konnte endlich den Ort der Kälte verlassen, wenn auch mit der Bedingung in den nächsten Stunden nicht die Handbremse anzuziehen.

Zum Glück war zu so später Stunde kaum noch Verkehr auf der Strasse, so dass ich ohne weitere Verzögerungen sicher nach Hause kam und meine geliebtes Auto in unsere Tiefgarage stellen konnte. Da darf es sich jetzt über Nacht aufwärmen und seine eingefrorenen Teile können langsam wieder auftauen. Ich sitzte zur Zeit auch auf einigen Wärmflaschen und fange langsam an wieder aufzutauen.

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