TRAIL Magazin REVIERGUIDE

Community Run im Spessart – früher nannte man so etwas Lauftreff und man hat sich einfach zum Laufen verabredet, um in der Gruppe den Spass gemeinschaftlich zu erleben und „geteiltes Leid“ – sollte es mal etwas schwerer werden – ist bekanntlich „halbes Leid“.

TRAIL Magazin REVIERGUIDE Spessart

Vielleicht hat sich etwas an der Art Kommunika-tion geändert, aber an der Idee hat sich nichts geändert, denn es sind immer noch die Menschen, die so einer Veranstaltung ihr Charisma verleihen und davon hatte es heute einige.

Allen voran natürlich Denis Wischniewski, Chefredakteur und Herausgeber des Trail Magazin, der dieses REVIERGUIDE Running ins Leben gerufen hat.

In regelmäßigen Abständen besucht er ausgewählte „Reviere“ in Deutschland und ruft mit Hilfe von ortsansässigen Laufguides zum gemeinsamen Trailrunning, zu dem sich immer mehr Anhänger dieser Sportart berufen fühlen.

Als Laufguides stand am gestrigen Samstag Oliver Binz in der Verantwortung und den Laufinteressierten wurden die schönen Laufstrecken im Goldbacher Wald gezeigt.

Heute war es Marco Schneider vom Main AusdauerShop der sich als Streckenchef und „Führungsfahrzeug“ so richtig austoben konnte.

Als Boss vom LuT Aschaffenburg  und wohnhaft in Dornau liegt es nahe, dass er sich Strecken in und um den Schweinheimer, Obernauer und Sodener Wald heraus gesucht hat.

Dank seiner hervorragenden Streckenkenntnis und einem guten Händchen für wunderschöne Trailstrecken kamen die Teilnehmer bei der heutigen „Königsetappe“ voll auf ihre Kosten.

Apropos Teilnehmer – ohne die wäre das ganze natürlich nicht durchzuführen, aber anscheinend trifft die Veranstaltung den „Nerv der Zeit“, den mit anfänglich 10 bis 20 Leuten steigerten sich die Macher auf bis zuletzt mehr als hundert Teilnehmer (Koblenz) und das sollte sich heute in ähnlicher Weise gestalten. 

Ob  es am Ende 100 oder noch mehr Läuferinnen und Läufer waren ist zweitrangig, der Spass stand an erster Stelle und der kam bestimmt nicht zu kurz.

Wer es genau wissen möchte, kann ja im nächsten Trail Magazin auf dem Gruppenfoto nachzählen – obwohl da noch gar nicht alle eingetroffen waren.

Der Parkplatz vom BSC Schweinheim wimmelte nur so von Trailrunnern, als ich um kurz vor zehn mit meinem Auto eintraf. Mit wenig Schlaf im Gepäck – Nachtdienst und Main AusdauerShop im Dreierpack fordern Ausdauer – war ich froh, den mittelschnellen Teil der Gruppe führen zu dürfen, denn die Strecke fordert auch so ihren Tribut.

Von weitem schon prangte der mittig positionierte Van von Asics, der mit einer Wagenladung voller Trailschuhe zum testen die Veranstaltung mit organisiert und ihren Teil dazu beiträgt, dass der Erfolg nicht ausbleibt sondern wächst.

Ich musste nur noch in meine Salomon Schuhe schlüpfen und den Autoschlüssel in eine der Hosentaschen verstauen und schon konnte ich mich unter die vielen Leute mischen.

Erstaunlich wie viele tolle und liebe Menschen ich kenne. Von allen Seiten tönte ein „Hallo Hubsi“ und ich umarmte fast die Hälfte der anwesenden Personen. Ein tolles Gefühl so in der Laufgesellschaft integriert zu sein und zu erkennen, wie viel Freude man mit seinen Beratungen und seinem Fachwissen den Sportlern gibt und sie auf ihren Weg begleiten darf.

Nachdem ich den Ansturm bewältigt hatte, besprach ich kurz mit Marco meine heutige Aufgabe und schon wurde zu einem Gruppenfoto aufgerufen. Dann gab es noch eine kurze Ansprache von Denis und Marco und am Ende stellte Sven Simon – Chef von CS-events und Organisator von „Keep on Running“  – das nächste Highlight aus unserer Region vor und lud dazu ein, der Veranstaltung zu folgen und ihr ein Gesicht zu geben.

Als alles gesagt war konnte es endlich losgehen und das im wahrsten Sinne des Wortes. Nachdem wir den Parkplatz verlassen hatten ging es noch knapp 50m auf Asphalt, bevor wir der Zivilisation den Rücken kehrten und uns genüsslich in die Natur begaben.

Auf tiefem Wiesengrund mussten wir erst einmal den nötigen Grip suchen, um die Höhenmeter hinauf zu den „Drei Kreuzen“  bewältigen zu können. Tiefe Trakorspuren zeigten zwar den Weg, liessen das ganze aber auch zu einer ziemlich rutschigen Angelegenheit werden.

Aber um mich herum kein Murren oder Gezeter sondern nur konzentriertes Arbeiten und rhythmisches Schnaufen. Die Leute, die hier mitlaufen sind einiges gewohnt und rechnen mit solchen Bedingungen – fordern sie sogar, denn einfach kann ja jeder.

Mit gutem Schuhwerk ausgerüstet und allem was einen richtigen Trailrunner ausmacht, gab es keinerlei Ausfälle und nachdem der erste Anstieg bewältig war, fanden sich auch die einzelnen Leistungsgruppen. Über kleine Wege und Trails mit leichten Steigungen und einfachen Abstiegen ging es durch den Schweinheimer Wald in Richtung Obernauer Segelflugplatz.

Dort wartete nach 7k die erste Verpflegungsstelle, die von den Teilnehmern mit Wohlwollen angenommen wurde. Dort bestand auch die Möglichkeit, sich für eine kürzere Runde (ca. 10km) zu entscheiden.

Nachdem sich die Gruppe vollständig gesammelt hatte und jeder seinen Durst mit Isogetränken und warmen Tee gelöscht hatte, wurden die einzelnen Guides und ihr anvisiertes Tempo noch einmal kurz vorgestellt.

Das war auch nötig, denn jetzt sollten die steileren Rampen kommen und das hatte zur Folge, dass sich das Feld der Läuferinnen und Läufer deutlich auseinanderzog. Immer mit Blick nach hinten versuchte ich meine Gruppe so sicher wie möglich über den Parcours zu lotsen und da ich hinter mit Stefan und Andi wusste, war die Gruppe zum Ende hin gut abgesichtert.

Von vorne bekam ich immer wieder Zeichen von Holger und so konnten wir sicher sein, am Ende der Veranstaltung einen guten Job gemacht zu haben. Marco immer vorne weg, gab den Taktschlag und dem musste sich jeder beugen, aber ich denke er hatte das richtige Tempogefühl, denn es gab keine negativen Stimmen zu hören.

Nachdem die zwei heftigen Anstiege hinter uns lagen, ging es gemächlich bergab und nach knapp der Hälfte der Strecke wartete auf Höhe der“ Frühstückseiche“ im Sodener Wald die zweite Versorgungsstelle. Hier gab es zu den Isogetränken und dem warmen Tee auch Salzgebäck, Gummibärchen und andere Leckereien.

Die Teilnehmer langten kräftig zu, denn die Strapazen verlangten an Kraft und Kondition und es warteten ja noch mehr als 10km auf die schon etwas angegriffenen Beine.

Zum Glück waren schon 500 Höhenmeter auf unserer Habenseite und die nächsten Kilometer waren flach oder nur ganz leicht ansteigend. Nur kurz zum Stengerts gings bergauf und danach kam ein schöner schneller Abstieg, wo man mit raumgreifenden Schritten viel Boden gut machen konnte.

Nach 16km verließen wir das Dickicht und vor uns lag die grüne Ebene des ehemaligen Militär-übungsplatzes der Amerikaner, die sich seit einigen Jahren aus Deutschland zurück gezogen haben und uns Läufern jetzt die Gelegenheit gibt, neue Streckenverbindungen zu erproben.

In der Ferne konnte meine Gruppe die vor uns liegenden Teilnehmer gut erkennen und da schon leichte Müdigkeiten erkennbar waren, packte ich meine Motivationskünste aus und versuchte mit Streckenkenntnis und guten Worten die noch vor uns liegenden Strapazen zu relativieren.

Projekt gelungen – ich bekam meine Leute mit Spass und heilen Knochen über die Strecke und hatte am Ende keine Verluste zu verzeichnen. Selbst Matthias zollte mir ein Lob – der war mal bei mir in der Gruppe und da hab ich wohl ein zu schnelles Tempo angeschlagen – aber heute hat alles gestimmt.

Schnell streifte ich die nassen Klamotten vom Körper und wechselte in trockene Tücher. Dann gesellte ich mich noch für einige Minuten unter die Anwesenden und genoss die gute Stimmung unter den Läufern. Bei Bier – mit und ohne Alkohol – kam man schnell ins Gespräch und es wechselten noch viele Erfahrungen und Ratschläge.

Am Ende sass ich wieder in meinem Auto. Eine angenehme Müdigkeit umgab mich und obwohl ich die Strecke jetzt schon zum dritten Mal gelaufen bin, hat sie wieder ihre Kraft gefordert. Knapp 23km mit mehr als 700 Höhenmeter wollen halt gestemmt sein. Dabei sind die 2:19h nur relativ und sagen eigentlich gar nix.

Am Dienstag geht es schon wieder weiter. Der Nightrun ruft, wenn auch nur 11km in einer Stunde. Aber das bei Nacht und es macht aber irre viel Spass. Wir treffen uns um 18:45 Uhr am Main AusdauerShop oder um 19:00 Uhr am Grillplatz im Niedernberger Wald – keep on running.

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